Echte Menschen und reale Räume: Haltung, Meinung und Bildung als Zukunftsgut

Echte Menschen und reale Räume: Haltung, Meinung und Bildung als Zukunftsgut

Bild zu MESO Echte Menschen und reale Räume

Von Susanne Heinlein

Im Zeitalter von KI wird Kooperation zwischen Menschen immer wichtiger. MESO entwickelt digitale Räume, in denen Technologie nicht die Hauptrolle spielt, sondern klug eingesetzt Kommunikation zwischen Menschen unterstützt.

 

Die Künstliche Intelligenz bietet unglaubliche Potenziale zur Automatisierung. Um so wichtiger werden die Orte, an denen wir Menschen verstehen, was uns gemeinsam wichtig ist.
— Sebastian Oschatz, MESO Digital Interiors

Ein Gedanke, der einem zufliegt, ein Gesicht, das einem bekannt vorkommt, ein Satz, über den man stolpert. Typisch menschlich? Nicht mehr. Aktuell erleben wir die Automation der Intuition. Alles was Menschen „einfach so“ einfällt, wird sich automatisieren lassen.

Je mehr intuitive Routineaufgaben von KI übernommen werden, desto wichtiger und komplexer werden die Sonderfälle, die Überraschungen und die Disruptionen. Wir Menschen müssen uns unserer – nach wie vor – einzigartigen Fähigkeiten bedienen, um Künstliche Intelligenz nicht als Bedrohung zu verstehen, sondern als kontrollierte Bereicherung in unserem (Arbeits-)Alltag zu verankern.

Vertrauen fassen, Gespräche führen, Verantwortung übernehmen, Regeln brechen und Konsens finden – kommunikative Prozesse werden perspektivisch immer entscheidender werden. Diese Prozesse benötigen jedoch Räume, die echte Begegnungen und konstruktiven Austausch ermöglichen: die Lern- und Arbeitswelten der Zukunft.

„KI will nichts. Sie wird geführt von Menschen, die etwas wollen. Sie verstärkt Macht an den Stellen, wo sie schon ist. Sie verschiebt Gleichgewichte und schafft neue Potenziale.“ erklärt MESO-Mitbegründer und HfG-Professor Sebastian Oschatz. „Hier entsteht ein enormer Bedarf an Gesprächen, um die Chancen und Risiken zu sortieren.“

Genau an diesem Punkt beginnt die Arbeit von MESO. Mit technologischem Know-How, langjähriger Erfahrung in High-Tech und inhaltlichem Fingerspitzengefühl werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden Lösungen entwickelt, die sich digitale Möglichkeiten zunutze machen, ohne den menschlichen Nutzer aus den Augen zu verlieren oder zu entmündigen. Im Gegenteil ist das Ziel stets, Interesse zu wecken, zum Mitmachen zu animieren und Gespräche zu initiieren steht die selbständige Aneignung und Bewertung von Inhalten im Mittelpunkt, um einen informierten Austausch zu ermöglichen – zwischen den einzelnen Nutzern, im Dialog mit den Institutionen oder als Teil einer öffentlichen Diskussion.

Deshalb begibt sich MESO in allen Projekten auf die Suche nach Mechanismen, die sich von der überholten Medientheorie von Sender und Empfänger freimachen. Menschen werden aktiv eingebunden, nach ihrer Meinung gefragt, persönlich angesprochen und dazu animiert, ihre Haltung zu vertreten. So vielfältig die Möglichkeiten, so unterschiedlich sind auch die Projekte, die MESO in den vergangenen Jahren für internationale Kunden umgesetzt hat. Hochinnovative Hard- und Softwarelösungen sind immer ein wesentlicher Teil davon.

Eine Bühne für Experten

Für HERE Technologies entwickelt MESO eine Kommunikationsumgebung, die auf der CES in Las Vegas zum Einsatz kam und nun auf alle Showrooms weltweit ausgedehnt wird.. Der Raum verkauft nicht, er zeigt Möglichkeiten auf. Menschliche Experten und Softwareentwickler erhalten Plattformen, auf denen Sie die komplexen Produkte von HERE Technologies erklären können. Hierzu wurde ein modulares System aus Bildschirmen aufgesetzt, das in verschiedenen Größenmaßstäben funktioniert: Ein Großbildschirm erzeugt Fernwirkung und bietet eine Bühne für den Presenter; ein interaktiver Screen erlaubt es, Produkte im Detail vorzuführen, ein Tablet-Screen gibt dem Presenter zusätzliche Hinweise während der Präsentation– oder kann für intimere Präsentationen unter vier Augen genutzt werden.

Ein Labor um Haltungen zu entwickeln

Für die Bildungsstätte Anne Frank entwickelte MESO die digitale Infrastruktur für ein interaktives Lernlabor. Anstatt den Besuchern eine Meinung aufzudrängen oder Haltung vorzugeben, schafft der Raum Angebote, an denen sich die eigene Haltung überprüfen lässt. Hierzu wurden interaktive Szenarien entwickelt, in denen Phänomene wie Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung zur kritischen Auseinandersetzung einladen. Diese Experimente dienen dann als Grundlage für weiterführende Diskussionen in der Gruppe. Neben einer pädagogischen Kraft begleitet ein digitales Tool die Besucher durch die Ausstellung, hilft bei der Bedienung der Stationen und ermöglicht eine selbstständige Erschließung der Inhalte je nach persönlichem Interesse.

Deborah Krieg, stellvertretende Direktorin und Kuratorin des Lernlabors, betont „man kann gar nicht früh genug damit beginnen, jungen Menschen Ambiguitätstoleranz näher zu bringen, um sie gegen die vereinfachenden Parolen rechtspopulistischer Parteien und Akteur*innen zu stärken”. Sie untersteicht den demokratischen Charakter des Lernlabor-Konzepts: „Ohne Mitmachen funktioniert hier nichts“

Ein Eisbrecher für relevante Themen

Für MOOVEL entwickelte MESO ein Konversationsstück zum Thema autonomes Fahren und Vertrauen. „Who Wants to be a Self-driving Car?“ ist ein reales Fahrzeug und nutzt eine KI-basierte Objekterkennung, LIDAR und Augmented Reality, um den Fahrer dazu zu bringen, sich in ein selbstfahrendes Fahrzeugsystem „einzufühlen”. In Workshops und auf Events (von der SxSW in Austin bis zum NODE Forum for Digital Arts in Frankfurt) schafft das Fahrzeug authentische und eindringliche Situationen, in denen Fahrer und umstehende Personen in intensive Gespräche über Verantwortung, Achtsamkeit und Faszination bei dem Thema autonome Mobilität verwickelt werden.

 

Das Designbüro MESO Digital Interiors mit Sitz in Frankfurt am Main entwickelt seit 20 Jahren gemeinsam mit Kunden aus Industrie und Kultur kommunikative Räumen, die Zukunftsszenarien für den Einsatz relevanter Technologien darstellen. Ein 40-köpfiges Team aus Gestaltern, Programmierern, Künstlern und Technikern hat sich der Aufgabe verschrieben, den digitalen mit dem physischen Raum verschmelzen zu lassen. Es entstehen Lösungen für Architektur, Ausstellungen, Markenauftritte, Transportmittel und Prozesse, in denen Technologie nicht um ihrer selbst willen eingesetzt wird, sondern immer nur als interaktive Plattform dient, auf der sich echte Menschen begegnen und austauschen können. Simulation und Visualisierung, multisensorische Erfahrung, Dokumentation, die Verknüpfung mit Datenbanken und Archiven ebenso wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind Methoden, mit denen MESO dieses Ziel verfolgt.

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